Parodontitis und Demenz

Welche Rolle spielt das Zahnfleisch für unser Gedächtnis?

Zwischen Parodontitis und Demenz besteht nach aktu­el­len Studien ein Zusammenhang. Menschen mit Parodontitis ent­wi­ckeln sta­tis­tisch häu­fi­ger kogni­ti­ve Beeinträchtigungen und Demenzerkrankungen. Als mög­li­che Verbindung unter­sucht die Forschung vor allem chro­ni­sche Entzündungen, Immunreaktionen und bestimm­te Bakterien aus der Mundhöhle. Ob Parodontitis tat­säch­lich zur Entstehung einer Demenz bei­trägt, ist bis­lang jedoch nicht bewie­sen. Gleichzeitig kann eine Demenz die Mundhygiene erschwe­ren und dadurch eine bestehen­de Parodontitis verstärken.

Zähneputzen gehört zu den all­täg­lichs­ten Dingen über­haupt. Wir grei­fen zur Zahnbürste, ohne groß dar­über nach­zu­den­ken. Doch was pas­siert bei einer Demenz, wenn ver­trau­te Abläufe plötz­lich nicht mehr selbst­ver­ständ­lich funk­tio­nie­ren? Wenn jemand ver­gisst, ob er die Zähne bereits geputzt hat, ein­zel­ne Schritte durch­ein­an­der­bringt oder Zahnarzttermine zuneh­mend aus dem Blick verliert?

Bei Menschen mit Demenz lei­det die Mundgesundheit häu­fig schon aus ganz prak­ti­schen Gründen. Doch die Forschung inter­es­siert sich inzwi­schen noch für die ande­re Richtung: Könnte eine chro­ni­sche Parodontitis ihrer­seits mit Veränderungen der geis­ti­gen Leistungsfähigkeit zusammenhängen?

Was sagt die Alzheimer-Forschung?

Besonders die Alzheimer-Forschung beschäf­tigt sich seit eini­gen Jahren inten­siv mit die­ser Frage. Sie unter­sucht, wel­che Rolle Entzündungsprozesse, das Immunsystem und bestimm­te Parodontitisbakterien für Veränderungen im Gehirn spie­len könn­ten. Dabei zeigt sich ein kom­ple­xes Wechselspiel zwi­schen Mundgesundheit und kogni­ti­ven Fähigkeiten, das Wissenschaftler noch längst nicht voll­stän­dig ver­stan­den haben.

Wie könnten Parodontitis und Demenz zusammenhängen?

Demenz bezeich­net kei­ne ein­zel­ne Erkrankung. Der Begriff umfasst ver­schie­de­ne Krankheitsbilder, bei denen geis­ti­ge Fähigkeiten zuneh­mend nach­las­sen. Betroffene ver­lie­ren etwa Teile ihres Erinnerungsvermögens, kön­nen sich schlech­ter ori­en­tie­ren oder haben Schwierigkeiten mit Sprache, Aufmerksamkeit und Urteilsvermögen. Im wei­te­ren Verlauf fällt es ihnen zuneh­mend schwer, ihren Alltag selbst­stän­dig zu bewältigen.

Die Alzheimer-Krankheit stellt die häu­figs­te Form der Demenz dar. Daneben ken­nen Mediziner unter ande­rem die vas­ku­lä­re Demenz, die Lewy-Körper-Demenz und die fron­to­tem­po­ra­le Demenz.

Gerade Alzheimer steht im Mittelpunkt vie­ler Untersuchungen zum mög­li­chen Zusammenhang mit Parodontitis. Die Erkrankung ent­wi­ckelt sich über einen lan­gen Zeitraum. Veränderungen im Gehirn begin­nen teil­wei­se vie­le Jahre, bevor deut­li­che Gedächtnisstörungen auf­tre­ten. Deshalb suchen Wissenschaftler inten­siv nach Faktoren, die die­se Prozesse beein­flus­sen könnten.

Eine chronische Entzündung bleibt nicht ohne Wirkung auf den Körper

Bei einer Parodontitis reagiert das Immunsystem auf bak­te­ri­el­le Beläge am Zahnfleischrand und in den Zahnfleischtaschen. Hält die­se Entzündungsreaktion über län­ge­re Zeit an, greift sie den Zahnhalteapparat an. Zahnfleisch und Kieferknochen gehen zurück, die Zahnfleischtaschen wer­den tie­fer und im fort­ge­schrit­te­nen Stadium kön­nen sich Zähne lockern.

Doch das Geschehen bleibt nicht voll­stän­dig auf die Mundhöhle beschränkt.

Über die ent­zün­de­te Oberfläche der Zahnfleischtaschen kön­nen Bakterien und Bestandteile von Bakterien zeit­wei­se in die Blutbahn gelan­gen. Gleichzeitig setzt das Immunsystem ver­schie­de­ne ent­zün­dungs­för­dern­de Botenstoffe frei. Über den Blutkreislauf errei­chen die­se Stoffe ande­re Bereiche des Körpers.

Deshalb rich­tet die Forschung den Blick längst über die Mundhöhle hin­aus. Zahlreiche Studien unter­su­chen, wie Parodontitis mit Allgemeinerkrankungen wie Diabetes mel­li­tus, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder rheu­ma­to­ider Arthritis zusammenhängt.

Inzwischen beschäf­tigt sich auch die Neurowissenschaft inten­siv mit die­sen Zusammenhängen.

Was chronische Entzündungen mit dem Gehirn zu tun haben könnten

Unser Gehirn besitzt ein eige­nes hoch­kom­ple­xes Abwehrsystem. Eine wich­ti­ge Rolle über­neh­men dabei soge­nann­te Mikrogliazellen. Sie gehö­ren zum Immunsystem des zen­tra­len Nervensystems. Mikrogliazellen erken­nen Krankheitserreger und geschä­dig­te Zellen, besei­ti­gen Zellreste und lösen bei Bedarf Entzündungsreaktionen aus.

Kurzfristig schützt uns die­se Reaktion. Problematisch kann sie wer­den, wenn das Immunsystem dau­er­haft aktiv bleibt. Fachleute spre­chen bei ent­zünd­li­chen Prozessen im Nervengewebe von Neuroinflammation.

Neuroinflammation beschäftigt die Demenzforschung

Bei Alzheimer und ande­ren neu­ro­de­ge­nera­ti­ven Erkrankungen spie­len sol­che Entzündungsprozesse eine wich­ti­ge Rolle in der Forschung. Wissenschaftler unter­su­chen unter ande­rem, wie das Immunsystem auf krank­haf­te Veränderungen im Gehirn reagiert und ob chro­ni­sche Entzündungsreize die­se Prozesse beeinflussen.

Das Ergebnis: Eine schwe­re, über Jahre bestehen­de Parodontitis bedeu­tet für den Körper eine dau­er­haf­te Auseinandersetzung mit Bakterien und Entzündungsreaktionen. Forscher gehen des­halb der Frage nach, ob die­se zusätz­li­che Entzündungsbelastung auch Prozesse beein­flus­sen könn­te, die im Gehirn stattfinden.

Dabei geht es nicht um einen ein­fa­chen Weg nach dem Muster „Entzündung im Zahnfleisch wan­dert ins Gehirn“. Das Zusammenspiel zwi­schen Immunsystem, Gefäßen, Stoffwechsel und Nervensystem ist wesent­lich komplexer.

Ein Parodontitisbakterium weckt besonderes Interesse

Neben der all­ge­mei­nen Entzündungsbelastung unter­sucht die Alzheimer-Forschung auch ein­zel­ne Bakterien genau­er. Besonders häu­fig fällt dabei der Name Porphyromonas gin­gi­va­lis.

Das Bakterium gehört zu den Keimen, die bei Parodontitis eine wich­ti­ge Rolle spie­len kön­nen. Es ver­fügt über ver­schie­de­ne Strategien, mit denen es die Immunabwehr umgeht und sich im ent­zün­de­ten Gewebe behauptet.

Besonders inter­es­sant sind soge­nann­te Ginkgipaine. Dabei han­delt es sich um Enzyme, die P. gin­gi­va­lis pro­du­ziert. Experimentelle Studien unter­su­chen aktu­ell, ob die­se bak­te­ri­el­len Faktoren Entzündungsreaktionen ver­stär­ken und Nervenzellen schä­di­gen können.

Forscher haben Bestandteile von P. gin­gi­va­lis, genau­er gesagt gegen das Bakterium gerich­te­te Immunreaktionen, auch im Zusammenhang mit Alzheimer unter­sucht. Labor- und Tierstudien lie­fern zudem Hinweise auf mög­li­che bio­lo­gi­sche Mechanismen, über die der Keim Prozesse im Nervensystem beein­flus­sen könnte.

Ein interessanter Verdacht ist noch kein Beweis

Solche Ergebnisse klin­gen spek­ta­ku­lär. Sie erfor­dern aber eine vor­sich­ti­ge Interpretation.

Alzheimer ent­steht nicht durch ein ein­zel­nes Bakterium. Nach heu­ti­gem Wissen ent­wi­ckelt sich die Erkrankung durch ein kom­ple­xes Zusammenspiel ver­schie­de­ner Faktoren. Alter und gene­ti­sche Veranlagung spie­len eine wich­ti­ge Rolle. Hinzu kom­men unter ande­rem Gefäßgesundheit, Stoffwechsel, Lebensstil und Prozesse des Immunsystems.

Auch der Nachweis bak­te­ri­el­ler Bestandteile im Zusammenhang mit einer Erkrankung beweist noch nicht, dass die­se Bakterien die Erkrankung aus­ge­löst haben.

Die Forschung zu Porphyromonas gin­gi­va­lis lie­fert des­halb vor allem einen mög­li­chen Baustein für die Erklärung der beob­ach­te­ten Zusammenhänge. Ob und in wel­chem Umfang die­ser Mechanismus beim Menschen tat­säch­lich zur Entstehung oder zum Fortschreiten einer Demenz bei­trägt, müs­sen wei­te­re Untersuchungen klären.

Was sagt die Forschung zu Parodontitis und Demenz?

Einzelne Laborbefunde erklä­ren bis­her nicht, was lang­fris­tig beim Menschen geschieht. Deshalb betrach­ten Wissenschaftler auch gro­ße Bevölkerungsgruppen und ver­glei­chen die Mundgesundheit mit der Entwicklung kogni­ti­ver Fähigkeiten.

Mittlerweile lie­gen zahl­rei­che Beobachtungsstudien und meh­re­re sys­te­ma­ti­sche Übersichtsarbeiten vor. Insgesamt zeich­nen sie ein bemer­kens­wert ein­heit­li­ches Bild: Menschen mit Parodontalerkrankungen wei­sen häu­fi­ger kogni­ti­ve Beeinträchtigungen und Demenzerkrankungen auf als Menschen ohne ent­spre­chen­de Erkrankungen des Zahnhalteapparates.

Eine 2025 ver­öf­fent­lich­te sys­te­ma­ti­sche Übersichtsarbeit und Metaanalyse wer­te­te 24 Studien aus, dar­un­ter Fall-Kontroll- und Kohortenstudien. Die Autoren fan­den einen Zusammenhang zwi­schen Parodontitis und Demenz. Besonders deut­lich fiel die­ser bei einer schwe­ren Parodontitis aus.

Auch eine gro­ße Metaanalyse aus dem Jahr 2024 unter­such­te die Beziehung zwi­schen Parodontalerkrankungen, kogni­ti­ven Störungen und Demenz. Die Ergebnisse stütz­ten eben­falls einen Zusammenhang. Gleichzeitig wie­sen die Autoren auf Unterschiede zwi­schen den Studien und auf die begrenz­te Qualität eines Teils der vor­han­de­nen Evidenz hin.

Schon frü­he­re Metaanalysen kamen zu ähn­li­chen Ergebnissen. Untersuchungen fan­den bei­spiels­wei­se bei Menschen mit Parodontalerkrankungen häu­fi­ger Alzheimer sowie leich­te kogni­ti­ve Beeinträchtigungen. Mediziner spre­chen dabei häu­fig von Mild Cognitive Impairment, kurz MCI. Diese kogni­ti­ven Veränderungen gehen über nor­ma­le alters­be­ding­te Vergesslichkeit hin­aus, schrän­ken die Selbstständigkeit im Alltag aber bis­lang nicht in dem Ausmaß einer Demenz ein.

Besonders schwere Parodontitis fällt in Studien auf

Ein Detail ver­dient beson­de­re Aufmerksamkeit: In meh­re­ren Untersuchungen steigt die beob­ach­te­te Assoziation mit dem Schweregrad der Parodontitis.

Auch die Metaanalyse aus dem Jahr 2025 fand bei schwe­rer Parodontitis einen stär­ke­ren Zusammenhang mit Demenz. Frühere Untersuchungen berich­te­ten eben­falls, dass aus­ge­präg­te Erkrankungen des Zahnhalteapparates deut­li­cher mit Alzheimer oder kogni­ti­ven Beeinträchtigungen zusammenhängen.

Dafür gibt es ver­schie­de­ne denk­ba­re Erklärungen.

Eine schwe­re Parodontitis ver­ur­sacht eine grö­ße­re ent­zün­de­te Gewebefläche und geht meist über einen län­ge­ren Zeitraum mit einer erhöh­ten Entzündungsaktivität ein­her. Dadurch könn­te die Belastung für den Organismus stei­gen. Gleichzeitig haben Menschen mit schwe­rer Parodontitis mög­li­cher­wei­se häu­fi­ger wei­te­re gesund­heit­li­che Risikofaktoren, die ihrer­seits für die Entwicklung einer Demenz rele­vant sind.

Genau des­halb müs­sen Wissenschaftler sta­tis­ti­sche Zusammenhänge sorg­fäl­tig von ursäch­li­chen Beziehungen unterscheiden.

Zusammenhang bedeutet nicht Ursache

Wenn zwei Erkrankungen häu­fig gemein­sam auf­tre­ten, muss die eine nicht zwangs­läu­fig die ande­re verursachen.

Bei Parodontitis und Demenz über­schnei­den sich zahl­rei­che Risikofaktoren. Das Alter spielt bei bei­den Erkrankungen eine gro­ße Rolle. Rauchen erhöht das Risiko für Parodontitis und beein­flusst gleich­zei­tig die Gefäßgesundheit. Diabetes steht in enger Wechselwirkung mit Parodontitis und kann eben­falls das Risiko für kogni­ti­ve Beeinträchtigungen beein­flus­sen. Auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Ernährung, Bewegung, sozia­le Faktoren und der Zugang zu medi­zi­ni­scher Versorgung kön­nen eine Rolle spielen.

Studien ver­su­chen, sol­che Einflussfaktoren sta­tis­tisch zu berück­sich­ti­gen. Vollständig las­sen sie sich jedoch nicht immer von­ein­an­der trennen.

Hinzu kommt ein wei­te­res Problem: Die ers­ten Veränderungen einer Demenzerkrankung kön­nen bereits begin­nen, bevor Betroffene oder Angehörige deut­li­che Symptome wahr­neh­men. Gleichzeitig kann die Mundpflege schon in frü­hen Phasen nachlassen.

Was auf den ers­ten Blick wie eine mög­li­che Folge der Parodontitis aus­sieht, könn­te also teil­wei­se bereits eine Folge begin­nen­der kogni­ti­ver Veränderungen sein.

Ursache oder Folge? Wahrscheinlich ist die Beziehung komplexer

Gerade die­se Frage macht die Forschung so schwie­rig und zugleich so interessant.

Möglicherweise beein­flus­sen sich bei­de Erkrankungen gegen­sei­tig. Eine chro­ni­sche Parodontitis könn­te über Entzündungsprozesse einen zusätz­li­chen Risikofaktor dar­stel­len. Gleichzeitig kann ein begin­nen­der kogni­ti­ver Abbau die Mundhygiene ver­schlech­tern und damit eine bestehen­de Parodontitis verstärken.

Die mög­li­chen Wechselwirkungen las­sen sich ver­ein­facht so zusammenfassen:

Beobachtung Was Studien zeigen Einordnung
Parodontitis und Demenz Menschen mit Parodontitis wei­sen in Studien häu­fi­ger kogni­ti­ve Beeinträchtigungen und Demenzerkrankungen auf. Es besteht eine sta­tis­ti­sche Korrelation, aber kein Beweis für eine direk­te Ursache-Wirkungs-Beziehung.
Schwere Parodontitis Mehrere Untersuchungen fin­den bei aus­ge­präg­ter Parodontitis einen stär­ke­ren Zusammenhang mit Demenz und kogni­ti­vem Abbau. Der Schweregrad könn­te eine Rolle spie­len. Auch gemein­sa­me Risikofaktoren kön­nen das Ergebnis beeinflussen.
Parodontitis und Alzheimer Metaanalysen zei­gen auch für Alzheimer eine Assoziation mit Parodontalerkrankungen. Die Daten spre­chen für einen Zusammenhang, erklä­ren aber nicht, ob Parodontitis zur Entstehung von Alzheimer beiträgt.
Mild Cognitive Impairment (MCI) Auch leich­te kogni­ti­ve Beeinträchtigungen tre­ten in Studien häu­fi­ger bei Menschen mit Parodontalerkrankungen auf. MCI kann einer Demenz vor­aus­ge­hen, führt aber nicht zwangs­läu­fig zu einer Demenzerkrankung.
Mögliche gemein­sa­me Mechanismen Die Forschung unter­sucht chro­ni­sche Entzündungen, Immunreaktionen und bak­te­ri­el­le Faktoren als mög­li­che Verbindung. Diese Mechanismen sind bio­lo­gisch plau­si­bel, ihre tat­säch­li­che Bedeutung für Demenz beim Menschen ist aber noch nicht abschlie­ßend geklärt.

 

Dabei besteht ein ent­schei­den­der Unterschied zwi­schen bei­den Seiten der Tabelle: Dass eine Demenz die selbst­stän­di­ge Mundpflege beein­träch­ti­gen kann, lässt sich im kli­ni­schen Alltag unmit­tel­bar beob­ach­ten. Ob und in wel­chem Ausmaß eine Parodontitis dage­gen zur Entstehung oder zum Fortschreiten einer Demenz bei­trägt, ist wis­sen­schaft­lich noch nicht geklärt.

Denkbar ist also ein Kreislauf, in dem ver­schie­de­ne Faktoren inein­an­der­grei­fen. Die bis­he­ri­ge Forschung lie­fert Hinweise auf sol­che Wechselwirkungen. Sie erlaubt aber noch kei­ne Aussage dar­über, wie groß der Einfluss einer Parodontitis auf das per­sön­li­che Demenzrisiko tat­säch­lich ist.

Kann eine Parodontitistherapie das Demenzrisiko senken?

Diese Frage drängt sich gera­de­zu auf. Wenn Studien einen Zusammenhang zwi­schen Parodontitis und Demenz fest­stel­len, könn­te eine erfolg­rei­che Behandlung des Zahnhalteapparates dann auch das Risiko für einen spä­te­ren kogni­ti­ven Abbau verringern?

Bislang kön­nen wir die­se Frage nicht zuver­läs­sig beantworten.

Dafür müss­ten hoch­wer­ti­ge Langzeitstudien zei­gen, dass Menschen nach einer erfolg­rei­chen Parodontitistherapie tat­säch­lich sel­te­ner an Demenz erkran­ken oder ihre kogni­ti­ven Fähigkeiten län­ger erhal­ten als ver­gleich­ba­re Menschen ohne ent­spre­chen­de Behandlung.

Solche belast­ba­ren Nachweise feh­len bislang.

Eine Parodontitis kon­se­quent zu behan­deln, bleibt trotz­dem wich­tig. Die Therapie redu­ziert die Entzündung, bremst den wei­te­ren Abbau des Zahnhalteapparates und hilft dabei, die eige­nen Zähne mög­lichst lan­ge zu erhal­ten. Gleichzeitig besei­tigt oder redu­ziert sie eine chro­ni­sche Entzündungsquelle im Körper.

Ob davon lang­fris­tig auch das Gehirn pro­fi­tiert, muss die Forschung noch klären.

Demenz verändert auch die Mundgesundheit

Während die Wissenschaft mög­li­che Auswirkungen der Parodontitis auf das Gehirn unter­sucht, lässt sich die umge­kehr­te Beziehung im Alltag sehr viel unmit­tel­ba­rer beob­ach­ten: Eine Demenz erschwert zuneh­mend die selbst­stän­di­ge Mundpflege.

Anfangs fal­len die Veränderungen häu­fig kaum auf. Vielleicht putzt ein Mensch sei­ne Zähne weni­ger gründ­lich als frü­her. Einzelne Zahnflächen gera­ten immer wie­der in Vergessenheit. Die Interdentalbürsten blei­ben häu­fi­ger lie­gen oder die gewohn­ten Zahnarzttermine wer­den nicht mehr zuver­läs­sig vereinbart.

Mit fort­schrei­ten­der Erkrankung kön­nen selbst ver­trau­te Handlungsabläufe Schwierigkeiten bereiten.

Zähneputzen erscheint uns ein­fach, weil wir es über Jahrzehnte auto­ma­ti­siert haben. Tatsächlich ver­langt es jedoch eine gan­ze Reihe ein­zel­ner Schritte. Wir müs­sen die Zahnbürste erken­nen, Zahnpasta auf­tra­gen, die Bürste rich­tig füh­ren, sys­te­ma­tisch alle Zahnflächen errei­chen und ein­schät­zen, wann wir aus­rei­chend geputzt haben.

Eine Demenz kann die­se Fähigkeiten all­mäh­lich beeinträchtigen.

Wenn Beschwerden nicht mehr eindeutig ankommen

Auch die Wahrnehmung und Kommunikation von Beschwerden kann sich verändern.

Menschen mit Demenz emp­fin­den Schmerzen wie jeder ande­re auch. Sie kön­nen jedoch zuneh­mend Schwierigkeiten haben, die Ursache zu erken­nen, den Schmerz genau zu loka­li­sie­ren oder ande­ren Menschen mit­zu­tei­len, was ihnen fehlt.

Zahnmedizinische Erkrankungen blei­ben dadurch mög­li­cher­wei­se län­ger unentdeckt.

Das betrifft beson­ders Erkrankungen, die ohne­hin über län­ge­re Zeit wenig Beschwerden ver­ur­sa­chen. Parodontitis gehört dazu. Zahnfleischbluten oder Mundgeruch fal­len Betroffenen viel­leicht nicht auf oder sie mes­sen ihnen kei­ne Bedeutung bei. Selbst fort­schrei­ten­der Knochenabbau ver­ur­sacht häu­fig zunächst kei­ne Schmerzen.

Regelmäßige zahn­ärzt­li­che Kontrollen gewin­nen des­halb mit zuneh­men­den kogni­ti­ven Einschränkungen an Bedeutung.

Mundgesundheit stabilisieren, solange vieles noch zuverlässig funktioniert

Idealerweise beginnt eine ange­pass­te zahn­me­di­zi­ni­sche Betreuung nicht erst bei einer weit fort­ge­schrit­te­nen Demenz.

In frü­hen Stadien kön­nen Patientinnen und Patienten häu­fig noch sehr gut mit­ar­bei­ten, neue Routinen über­neh­men und Entscheidungen über ihre Behandlung selbst tref­fen. Diese Phase bie­tet die Chance, bestehen­de Probleme zu behan­deln und die Mundsituation mög­lichst lang­fris­tig zu stabilisieren.

Eine vor­han­de­ne Parodontitis soll­te des­halb kon­se­quent the­ra­piert wer­den. Nach der akti­ven Behandlung hilft die regel­mä­ßi­ge unter­stüt­zen­de Parodontitistherapie dabei, das Behandlungsergebnis zu sichern und erneu­te Entzündungen früh zu erkennen.

Auch ande­re not­wen­di­ge Behandlungen las­sen sich häu­fig leich­ter durch­füh­ren, solan­ge die Patientin oder der Patient die ein­zel­nen Schritte nach­voll­zie­hen und gut mit­wir­ken kann.

Einfache Routinen helfen länger

Bei der häus­li­chen Mundpflege zählt nicht unbe­dingt die kom­pli­zier­tes­te Lösung. Entscheidend ist, was die betrof­fe­ne Person zuver­läs­sig umset­zen kann.

Klare, ver­trau­te Abläufe erleich­tern die Orientierung. Angehörige kön­nen zunächst ans Zähneputzen erin­nern oder die ein­zel­nen Schritte beglei­ten. Später kann es not­wen­dig wer­den, die Reinigung zu kon­trol­lie­ren oder teil­wei­se zu übernehmen.

Dabei soll­te die Unterstützung immer zu den vor­han­de­nen Fähigkeiten pas­sen. Wer sei­ne Zähne noch selbst­stän­dig put­zen kann, soll­te die­se Fähigkeit mög­lichst lan­ge behalten.

Auch Zahnersatz ver­dient Aufmerksamkeit. Er soll­te sich mög­lichst unkom­pli­ziert rei­ni­gen las­sen und regel­mä­ßig kon­trol­liert wer­den. Druckstellen, Entzündungen oder schlecht sit­zen­de Prothesen kön­nen Essen und Sprechen erschwe­ren und die Lebensqualität erheb­lich beeinträchtigen.

Angehörige werden zu wichtigen Partnern

Mit fort­schrei­ten­der Demenz über­neh­men Angehörige oder Pflegepersonen häu­fig einen grö­ße­ren Teil der gesund­heit­li­chen Organisation. Sie ver­ein­ba­ren Termine, beglei­ten die Betroffenen in die Praxis und hel­fen bei der täg­li­chen Mundpflege.

Für die zahn­ärzt­li­che Betreuung sind ihre Beobachtungen wert­voll. Isst jemand plötz­lich schlech­ter? Kaut er bevor­zugt auf einer Seite? Lehnt er bestimm­te Speisen ab? Greift er sich häu­fi­ger an den Mund oder reagiert er beim Zähneputzen ungewöhnlich?

Solche Veränderungen kön­nen auf Beschwerden hin­wei­sen, auch wenn die betrof­fe­ne Person selbst kei­ne Zahnschmerzen äußert.

Eine gute Betreuung ver­bin­det des­halb die zahn­me­di­zi­ni­sche Untersuchung mit den Informationen der Menschen, die den Alltag der Patientin oder des Patienten kennen.

Mundgesundheit gehört zur Lebensqualität

Gesunde und mög­lichst schmerz­freie Zähne erfül­len im Alter weit mehr Aufgaben als eine rein kosmetische.

Wir brau­chen sie zum Kauen und damit für eine abwechs­lungs­rei­che Ernährung. Ein beschwer­de­frei­er Mund erleich­tert das Sprechen und trägt dazu bei, dass Menschen gern gemein­sam essen. Entzündungen, locke­re Zähne, Druckstellen oder schlecht sit­zen­der Zahnersatz kön­nen dage­gen jeden ein­zel­nen Tag belasten.

Bei einer Demenz gewin­nen die­se schein­bar selbst­ver­ständ­li­chen Dinge zusätz­lich an Bedeutung. Je schwie­ri­ger es wird, Beschwerden zu ver­ste­hen und zu kom­mu­ni­zie­ren, des­to wich­ti­ger wird die Vorsorge.

Deshalb berück­sich­tigt unse­re Seniorenzahnmedizin in Köln neben Zähnen und Zahnfleisch auch die all­ge­mei­ne gesund­heit­li­che und per­sön­li­che Situation. Medikamente, chro­ni­sche Erkrankungen, ein­ge­schränk­te Beweglichkeit oder nach­las­sen­de kogni­ti­ve Fähigkeiten kön­nen die zahn­me­di­zi­ni­sche Behandlung und die täg­li­che Mundpflege beein­flus­sen. Bei Bedarf bezie­hen wir Angehörige oder Pflegepersonen in die Betreuung ein.

Was bleibt von der Verbindung zwischen Zahnfleisch und Gedächtnis?

Die Vorstellung einer direk­ten Kette von der Parodontitis zur Demenz greift nach heu­ti­gem Forschungsstand zu kurz. Niemand ent­wi­ckelt allein des­halb Alzheimer, weil er an Parodontitis erkrankt. Ebenso kön­nen wir der­zeit nicht ver­spre­chen, dass eine erfolg­rei­che Parodontitistherapie vor Demenz schützt.

Trotzdem soll­ten wir die wis­sen­schaft­li­chen Hinweise ernst nehmen.

Mehrere gro­ße Untersuchungen zei­gen einen Zusammenhang zwi­schen Parodontalerkrankungen und kogni­ti­ven Beeinträchtigungen. Die Forschung kennt zudem plau­si­ble bio­lo­gi­sche Mechanismen, über die chro­ni­sche Entzündungen und bak­te­ri­el­le Faktoren Prozesse außer­halb der Mundhöhle beein­flus­sen kön­nen. Gleichzeitig zeigt der Alltag sehr deut­lich, wie stark eine nach­las­sen­de geis­ti­ge Leistungsfähigkeit die Mundgesundheit beein­träch­ti­gen kann.

Damit ent­steht ein kom­ple­xes Wechselspiel, das Wissenschaftler noch längst nicht voll­stän­dig ver­stan­den haben.

Für Patientinnen und Patienten ergibt sich dar­aus kei­ne kom­pli­zier­te neue Vorsorgestrategie. Vielmehr bestä­tigt die Forschung etwas, das unab­hän­gig vom Demenzrisiko sinn­voll bleibt: Entzündungen im Mund soll­ten wir früh erken­nen und behan­deln. Eine kon­se­quen­te Parodontitistherapie, regel­mä­ßi­ge Kontrollen und eine gute häus­li­che Mundpflege hel­fen, Zähne und Kaufunktion mög­lichst lan­ge zu erhalten.

Gerade im höhe­ren Lebensalter lohnt es sich, sta­bi­le Verhältnisse zu schaf­fen, solan­ge die selbst­stän­di­ge Mundpflege noch gut funk­tio­niert. Wenn spä­ter Unterstützung not­wen­dig wird, kön­nen Angehörige und zahn­me­di­zi­ni­sches Team auf einer guten Ausgangssituation aufbauen.

Ob gesun­des Zahnfleisch tat­säch­lich dazu bei­trägt, unse­re geis­ti­gen Fähigkeiten län­ger zu erhal­ten, kann die Forschung heu­te noch nicht abschlie­ßend beant­wor­ten, auch wenn ein Zusammenhang wahr­schein­lich ist. Sicher ist jedoch: Mundgesundheit gehört zu einem gesun­den Älterwerden dazu.

Jetzt wei­ter­le­sen: Kann Parodontitis Parkinson begünstigen?

FAQ Demenz und Parodontitis

Ja, Studien zei­gen einen sta­tis­ti­schen Zusammenhang zwi­schen Parodontitis und Demenz. Menschen mit Parodontitis wei­sen häu­fi­ger kogni­ti­ve Beeinträchtigungen und Demenzerkrankungen auf als Menschen ohne Parodontitis. Besonders bei schwe­rer Parodontitis fällt die­ser Zusammenhang in Untersuchungen deut­li­cher aus.

Warum bei­de Erkrankungen mit­ein­an­der ver­bun­den sind, ist noch nicht abschlie­ßend geklärt. Forschende unter­su­chen vor allem chro­ni­sche Entzündungen, Immunreaktionen und bestimm­te Parodontitisbakterien als mög­li­che Verbindung. Gleichzeitig kann eine begin­nen­de Demenz die Mundhygiene ver­schlech­tern und dadurch eine Parodontitis för­dern. Ein sta­tis­ti­scher Zusammenhang beweist des­halb noch nicht, dass Parodontitis Demenz verursacht.

Bislang gibt es kei­nen Beweis dafür, dass Parodontitis Demenz ver­ur­sacht. Beobachtungsstudien zei­gen zwar, dass Menschen mit Parodontitis häu­fi­ger an Demenz erkran­ken. Daraus lässt sich jedoch kei­ne direk­te Ursache-Wirkungs-Beziehung ableiten.

Parodontitis und Demenz tei­len zudem ver­schie­de­ne Risikofaktoren. Dazu zäh­len bei­spiels­wei­se höhe­res Alter, Rauchen, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch eine bereits begin­nen­de kogni­ti­ve Beeinträchtigung kann die Mundpflege ver­schlech­tern und damit das Risiko für Parodontitis erhö­hen. Die Forschung geht daher von kom­ple­xen Wechselwirkungen aus.

Studien brin­gen Parodontitis mit einem erhöh­ten sta­tis­ti­schen Risiko für Alzheimer und kogni­ti­ve Beeinträchtigungen in Verbindung. Besonders aus­ge­präg­te Formen der Parodontitis zei­gen in meh­re­ren Untersuchungen eine stär­ke­re Assoziation.

Ob die Parodontitis selbst das Alzheimer-Risiko erhöht, kön­nen die bis­he­ri­gen Studien jedoch nicht sicher beant­wor­ten. Wissenschaftler unter­su­chen unter ande­rem, ob die dau­er­haf­te Entzündungsbelastung bei einer Parodontitis Prozesse beein­flusst, die auch bei Alzheimer eine Rolle spielen.

Bei einer Parodontitis kön­nen Entzündungsbotenstoffe sowie Bakterien und bak­te­ri­el­le Bestandteile aus den Zahnfleischtaschen in die Blutbahn gelan­gen. Dadurch beschränkt sich die Immunreaktion nicht voll­stän­dig auf die Mundhöhle.

Die Forschung unter­sucht, ob eine lang anhal­ten­de sys­te­mi­sche Entzündungsbelastung auch Entzündungsprozesse im Nervensystem beein­flus­sen kann. Solche als Neuroinflammation bezeich­ne­ten Prozesse spie­len in der Forschung zu Alzheimer und ande­ren neu­ro­de­ge­nera­ti­ven Erkrankungen eine wich­ti­ge Rolle. Wie stark eine Parodontitis dazu beim Menschen tat­säch­lich bei­trägt, ist noch ungeklärt.

Porphyromonas gin­gi­va­lis ist ein wich­ti­ges Parodontitisbakterium, das die Alzheimer-Forschung beson­ders inten­siv unter­sucht. Der Keim pro­du­ziert Enzyme, soge­nann­te Gingipaine, die Gewebe schä­di­gen und Entzündungsreaktionen beein­flus­sen können.

Labor- und Tierstudien lie­fern Hinweise auf Mechanismen, über die P. gin­gi­va­lis bezie­hungs­wei­se sei­ne Bestandteile Prozesse im Nervensystem beein­flus­sen könn­ten. Daraus folgt jedoch nicht, dass die­ses Bakterium Alzheimer ver­ur­sacht. Alzheimer ent­steht nach heu­ti­gem Wissen durch das Zusammenspiel zahl­rei­cher gene­ti­scher, bio­lo­gi­scher und gesund­heit­li­cher Faktoren.

Neuroinflammation bezeich­net Entzündungsprozesse im Gehirn und im übri­gen zen­tra­len Nervensystem. Dabei reagie­ren unter ande­rem Mikrogliazellen, die zum Immunsystem des Gehirns gehö­ren, auf Krankheitserreger, Zellschäden und ande­re Reize.

Bei Alzheimer und wei­te­ren neu­ro­de­ge­nera­ti­ven Erkrankungen unter­sucht die Forschung, wel­che Bedeutung eine län­ger anhal­ten­de Aktivierung die­ser Immunreaktionen für den Krankheitsverlauf hat. Chronische Entzündungen außer­halb des Gehirns, dar­un­ter mög­li­cher­wei­se auch eine schwe­re Parodontitis, könn­ten die­se Prozesse beein­flus­sen. Einen direk­ten ursäch­li­chen Zusammenhang zwi­schen Parodontitis und Neuroinflammation bei Demenz haben Forschende bis­lang jedoch nicht ein­deu­tig nachgewiesen.

Nach aktu­el­lem Forschungsstand ist nicht bewie­sen, dass eine Parodontitistherapie Demenz ver­hin­dern oder das per­sön­li­che Demenzrisiko sen­ken kann. Dafür feh­len aus­rei­chend aus­sa­ge­kräf­ti­ge Langzeitstudien. Viele Untersuchungen wei­sen jedoch dar­auf hin, dass es einen Zusammenhang geben könnte.

Eine Parodontitis soll­te unab­hän­gig davon kon­se­quent behan­delt wer­den. Die Therapie redu­ziert die Entzündung des Zahnhalteapparates, bremst den wei­te­ren Abbau von Gewebe und Kieferknochen und hilft dabei, die eige­nen Zähne mög­lichst lan­ge zu erhal­ten. Gleichzeitig redu­ziert sie eine chro­ni­sche Entzündungsquelle im Körper. Ob sich dar­aus zusätz­lich ein lang­fris­ti­ger Nutzen für die kogni­ti­ve Gesundheit ergibt, unter­sucht die Forschung weiter.

Demenz kann die Mundgesundheit ver­schlech­tern, weil kogni­ti­ve Einschränkungen all­täg­li­che Abläufe wie Zähneputzen und Zahnzwischenraumpflege zuneh­mend erschwe­ren. Betroffene kön­nen ein­zel­ne Schritte ver­ges­sen, die Mundpflege ver­kür­zen oder Zahnarzttermine nicht mehr zuver­läs­sig wahrnehmen.

Mit fort­schrei­ten­der Demenz kön­nen außer­dem Wahrnehmung und Kommunikation von Zahnschmerzen oder ande­ren Beschwerden schwie­ri­ger wer­den. Erkrankungen wie Parodontitis blei­ben dadurch mög­li­cher­wei­se län­ger unbe­merkt. Regelmäßige zahn­ärzt­li­che Kontrollen und die früh­zei­ti­ge Unterstützung durch Angehörige oder Pflegepersonen gewin­nen des­halb an Bedeutung.

Angehörige soll­ten die Mundpflege zunächst so unter­stüt­zen, dass Menschen mit Demenz mög­lichst vie­le Schritte wei­ter­hin selbst über­neh­men kön­nen. Erinnerungen, fes­te Abläufe und eine über­sicht­lich gestal­te­te Mundpflege hel­fen häu­fig bereits in frü­hen Stadien.

Wenn die selbst­stän­di­ge Reinigung nicht mehr aus­reicht, kön­nen Angehörige oder Pflegepersonen das Ergebnis kon­trol­lie­ren, ein­zel­ne Bereiche nach­put­zen oder die Mundpflege zuneh­mend über­neh­men. Bei bestehen­der Parodontitis sind regel­mä­ßi­ge Kontrolltermine und die unter­stüt­zen­de Parodontitistherapie beson­ders wich­tig. Auch Veränderungen beim Essen, Kauen oder Verhalten kön­nen auf bis­lang uner­kann­te Beschwerden im Mund hinweisen.

Eine gute Mundgesundheit hilft Menschen mit Demenz, mög­lichst lan­ge schmerz­frei zu kau­en, zu spre­chen und zu essen. Entzündungen, locke­re Zähne, Karies oder schlecht sit­zen­der Zahnersatz kön­nen die Lebensqualität erheb­lich beein­träch­ti­gen und blei­ben bei kogni­ti­ven Einschränkungen mög­li­cher­wei­se län­ger unbemerkt.

Idealerweise behan­deln Zahnärztinnen und Zahnärzte bestehen­de Erkrankungen wie Parodontitis bereits in einer frü­hen Phase der Demenz und sta­bi­li­sie­ren anschlie­ßend die Mundgesundheit. Regelmäßige Kontrollen erleich­tern es, Veränderungen früh zu erken­nen. Wenn die selbst­stän­di­ge Mundpflege spä­ter schwie­ri­ger wird, kön­nen Angehörige und Pflegepersonen auf einer mög­lichst sta­bi­len Ausgangssituation aufbauen.

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